Tonleitern / Skalen Kapitel 9l
Kirchentonarten

Im Gregorianischen Choral (= der einstimmige liturgische Gesang der katholischen Kirche, geht auf Papst Gregor den Großen (um 600) zurück) und im alten Volkslied, aber auch im Jazz, begegnen uns noch andere Tonreihen, die ebenfalls Ausschnitte aus dem Bereich der Diatonik sind; die sogenannten Kirchentonarten :

1. Dorisch

Beispiel: Dorisch

2. Phrygisch

Beispiel: Phrygisch

3. Lydisch

Beispiel: Lydisch

4. Mixolydisch

Beispiel: Mixolydisch

5. Äolisch

Beispiel: Äolisch

6. Ionisch (Dur)

Beispiel: Ionisch (Dur)

Diese Kirchentonarten können natürlich auch auf jeden anderen Grundton aufgebaut werden, es ist allerdings darauf zu achten, daß ihre Halbtonschritte durch die entsprechenden Versetzungszeichen zwischen denselben Stufen zu liegen kommen.

Der Umfang einer Kirchentonreihe wird Ambitus genannt, den Grundton nennt man Finalis (Schlußton) und die Tonreihe nennt man auch Modus.

Außer den oben angeführten Kirchentonarten, die man authentische (ursprüngliche) Tonarten nennt, gibt es noch die plagalen (abgeleiteten) Tonarten. Diese stehen 4 Töne tiefer als die entsprechenden authentischen und haben dieselbe Finalis. Sie werden mit denselben Namen mit einem vorgesetzten "Hypo" bezeichnet, also Hypodorisch, Hypophrygisch, Hypolydisch u.s.w..

Eine weitere Tonskala (Tonleiter) ergibt sich, wenn man eine Tonreihe aus acht Tönen auf der Note h aufbaut. Diese Tonskala ist, wie auch die oben genannten Kirchentonarten, im Jazz gebräuchlich und man nennt sie Lokrisch (auch locrisch geschrieben):

Beispiel: Locrisch

nächste Seite

© 1998 / 2018, Copyright by Johannes Kaiser-Kaplaner www.musiklehre.at