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Andere Töne als die der temperierten ...


Musiksoftware Forum » Musiksoftware Allgemein » Ältere Beiträge 17 » Andere Töne als die der temperierten Stimmung- Womit ?
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linda
Veröffentlicht am Montag, 27. Juni 2005 - 23:00 Uhr:   Schnellansicht    IP-Adresse sperren (Nur für Moderatoren)

Hallo !
Für ein Experiment möchte ich die Frequenzen 440, 495, 550, 605, 660, 715, 770, 825 und 880 Hz festlegen und mit diesen Melodien zu basteln. (Die Frequenzen entsprechen einem Teil der Obertonreihe über 55 Hz) Ich habe einen Windows-Computer. Welche Musiksoftware ist für das Vorhaben geeignet ?

Gruß,
Linda
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armin
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Juni 2005 - 01:56 Uhr:   Schnellansicht    IP-Adresse sperren (Nur für Moderatoren)

hmm, da gibt es sicher viele Möglicheiten. So würde ich es machen:
such Dir mal eine Software,( http://www.windows-software.de/info-1935.html, das könnte sowas sein ... ) die einen Frequenzgenerator simuliert. Der kann Dir dann Töne in dieser Tonhöhe machen. Diese speicherst Du als WAV oder so ab. Dann brauchst Du noch eine Software, die mit dieses Samples was anfangen kann, also einen Sample Player ( ich habe Logic und würde für diesen Fall also den EXS 24 einsezten, aber Sample Player gibt es sicher auch in einfacher Form im Netz als Share oder Freeware ). Idealerweise hast Du dann nocht ein Keyboard mit dem Du die Samples triggern kannst - los gehts.

Grüße,
Armin
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ebill
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Juni 2005 - 07:06 Uhr:   Schnellansicht    IP-Adresse sperren (Nur für Moderatoren)

An einen Software-Tongenerator hatte ich auch schon gedacht - war mir aber nicht sicher, ob das "musikergerecht" ist.

Wave-Editoren wie WaveLab 4.0/5.0 (Werkzeuge -> Signalgenerator), Adobe Audition 1.5 (Generieren -> Töne) und Sound Forge 7.0 (Tools -> Synthesis) haben ebenfalls Tongeneratoren eingebaut.

Von ABACOM gibt's einen schönen Software-Tongenerator mit unzähligen Funktionen und Einstellmöglichkeiten AudioWave 2.0 (Demo), der mit jeder Soundkarte zusammenarbeitet.

Bei all diesen Tongeneratoren kann man die gewünschten Frequenzen (quarzgenau) einstellen.


eBill
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werner_o
Veröffentlicht am Freitag, 01. Juli 2005 - 01:35 Uhr:   Schnellansicht    IP-Adresse sperren (Nur für Moderatoren)

Aus Zeitgründen nur ganz kurz auf die Schnelle:

Cubase SX bietet (zumindest in Rev 2.xx) die Funktion SCALE TRANSPOSE (gefunden in der englischen Cubase-HTML-Hilfe) für MIDI-Spuren an, mit welcher von der wohltempemeperierten Stimmung abweichende Stimmungen erzeugt werden können. Wenn Du das richtig eingestellt bekommst, kannst Du Dir beliebige eigene 12-Halbton-Skalen für MIDI-Synths erzeugen.
An welchen MIDI-Klangerzeugern das aber richtig funktioniert, kann ich mangels eigener Erfahrung leider nicht abschätzen.

Bei sehr vielen mir bekannten XG-Synthesizern von Yamaha kann ebenfalls das SCALE TUNING für alle 12 Halbtöne separat über SysEx-Befehle in 1-Cent-Schritten eingestellt werden, wobei das dann sogar vollkommen unabhängig vom jeweils verwendeten Sequenzer funktioniert!
Das geht etwa mit den Soundkarten SW60XG, DB50XG oder SW1000XG und den externen Expandermodulen MU10/50/80/90/100, es sollte aber auch mit den 'Softsynths' (SY50 und SY100 oder so ähnlich) von Yamaha möglich sein.

Allerdings braucht man mathematische Kenntnisse der 'erweiterten Wurzelberechnung', um die exakte Centzahl herauszukriegen, mit welcher ein Ton erhöht oder erniedrigt werden muß, um genau auf die von Dir genannten Frequenzen (Skala) zu kommen.
Bei Bedarf kann ich das nachliefern, jetzt gerade fliegt mir aber leider die Zeit davon...

Grundsätzlich gesehen ist jedenfalls ein Eingriff in das Scale-Tuning die mit weitem Abstand musikerfreundlichste Lösung beim Arbeiten mit Skalen jenseits der wohltemperierten Stimmung, da diese Eingriffe dann über die gesamte MIDI-Tastatur gelten und man nicht auf nur auf 1 oder 2 Octaven angewiesen ist, in welcher die 'eigene Skala' gilt.

Sorry, aber ich muß jetzt los,

Gruß
Werner
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linda
Veröffentlicht am Dienstag, 05. Juli 2005 - 04:23 Uhr:   Schnellansicht    IP-Adresse sperren (Nur für Moderatoren)

Hallo Ihr !
Vielen Dank dafür, dass Ihr Euch Zeit genommen habt, auf die Frage zu antworten. Ich habe es einmal ausprobiert, auf der von Armin empfohlenen Seite Software herunterzuladen. Jetzt werde ich mich mal outen: Ich habe keine Ahnung von Musiksoftware und wollte in einem Experiment ausprobieren, wie man auf Obertonverhältnisse reagiert, die nicht in unserem Tonsystem eingebaut wurden. Da dies eine einmalige Sache ist, wollte ich mir mit der Software nicht allzu viel Aufwandt machen und dachte dabei, es wäre einfacher, solche zu finden. Nun fand ich Peters Freq tool, womit ich Frequenzen einstellen kann, aber nicht speichern. Für meine Zwecke sollte dies aber reichen. Danke dennoch für Eure Antworten, diese Suche gab mir einen kleinen Einblick in das Feld der Musiksoftware und ich hoffe, dass Eure Antworten vieleicht einem anderen Leser nützlich sein mögen. Gruß, Linda
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werner_o
Veröffentlicht am Donnerstag, 07. Juli 2005 - 07:03 Uhr:   Schnellansicht    IP-Adresse sperren (Nur für Moderatoren)

Nachtrag für Interessierte:
Die Berechnung von Korrektur-Cent-Zahlen für von der wohltemperierten Stimmung abweichende Töne

1. Der Lösungsansatz:
Mathematisch gesehen ist ein wohltemperierter Halbton eine um den Faktor '12. Wurzel von 2' größere bzw. kleinere Frequenz zum Referenzton. Da ein Halbton gleich 100 Cent ist, ist 1 Cent darum der Faktor '100. Wurzel von (12. Wurzel von 2)'.
Möchte man also die Frequenz eines Tones der wohltemperierten Stimmung (nachfolgend Fw genannt) auf eine andere Frequenz (nachfolgend Fx genannt) mithilfe von Cent-Zahlen (nachfolgend C genannt) umstimmen, ergibt sich folgendes Gleichungssystem:
'Fx/Fw=(100. Wurzel von (12. Wurzel von 2)) hoch C'

2. Die Lösung
Da Fw und Fx ja bekannt sind (bezüglich Fw siehe Absatz 3), braucht dieses Gleichungssystem nur nach C aufgelöst zu werden, da ja die passende Korrektur-Centzahl (C) gesucht wird.
Dabei erhält man die folgende Lösung (LN=die Funktion 'natürlicher Logarithmus'; EXP=dekadischer Exponent):
'C=(LN(Fx/Fw))/(5,7762265391 EXP -4)'
oder in anderen Worten:
'Cent=(natürlicher Logarithmus von (Fx geteilt durch Fw)) mal 10000 geteilt durch 5,7762265391'

3. Wichtiger Hinweis
Für solche Berechnungen brauchen Sie natürlich unbedingt die 'absoluten Frequenzen' der wohltemperierten Stimmung bezogen auf den Kammerton A (A2=440 Hz). Diese finden Sie übrigens in hoher Genauigkeit (8 Digits; max. Abweichung vom Sollwert kleiner als ein 1000stel Cent) auf meiner Homepage auf Seite http://www.studio4all.de/htmlg/main97.html (siehe Tabelle 10)

4. Beispiel
Als Beispiel nehme ich mal die von Linda gewünschte Frequenz von 550 Hz (=Fx). Ein Blick auf die gerade genannte Tabelle zeigt, das dieser Ton ein 'etwas zu tiefes' Cis 3 ist (=Fw). Es gilt also herauszufinden, um wieviele Cent diese Frequenz tiefer als das 'wohltemperierte Cis 3' (=Fw) ist.
a) Zunächst dividieren ('/') wir Fx (=550) durch Fw (=554,36526)
(Zwischen-Ergebnis: 0,992125660977)
b) Davon bilden wir den natürlich Logarithmus (=LN)
(Zwischen-Ergebnis: -7,90550534781 EXP -3 bzw. -0,007905505)
c) Das Multiplizieren ('*') wir nun mit 10000
(Zwischen-Ergebnis: -79,055053478)
d) Zuletzt teilen wir dieses Ergebnis durch 5,776226539
ENDERGEBNIS: -13,686279952 (Cent)

Der 'wohltemperierte' Ton Cis (=C#) muß also um ~ 13,7 Cent nach unten verstimmt werden, damit (wie gefordert) das 'Cis 3' nun auf etwa (siehe Absatz 5 !) 550 Hz liegt.

5. Hinweis auf verbleibende Ungenauigkeiten
Ich möchte an dieser Stelle noch ausdrücklich darauf hinweisen, daß bei allen per SCALE TUNING (+/- xy Cent) vorgenommenen Änderungen von Tonhöhen SO GUT WIE NIEMALS (!) die 100%ig EXAKTE ZIELFREQUENZ erreicht werden kann (im Beispiel die 550 Hz).
Das liegt daran, daß bei den meisten MIDI-Klangerzeugern die 'kleinstmögliche Auflösung' für Tonhöhenänderungen bei einem Cent liegt, sodaß von der eigentlich mathematisch korrekten Lösung (für 550 Hz) mit -13,686279952 Cent die vielen Nachkommastellen nicht berücksichtigt werden können und als bestes Ergebnis in diesem Fall 'nur' -14 Cent eingestellt werden kann.
In der Praxis fallen solche Unterschiede im Zehntel-Cent-Bereich allerdings kaum auf.

Gruß
Werner