Zeichen wie ein Komma, was ist das?
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geier0815
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 14. April 2005 - 04:13 Uhr: |
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Moin, Moin, ich tippe gerade einige Kinderlieder für meine Tochter in Noteedit ein und entnehme diese einem Liederbuch. Dort stoße ich immer wieder auf ein Zeichen das aussieht wie ein Komma. Der Kopf liegt dabei auf der 5ten Notenlinie. Was ist das für ein Zeichen? Nach viel vergeblichem Suchen unter Google vermute ich, daß es sich wohl um eine 'Zäsur' also eine Pause handelt. Aber wie stelle ich soetwas unter Noteedit dar damit es dann auch entsprechend klingt? Eine ganze Pause? Oder doch eher eine Halbe? Ich hoffe ihr habt einen Tip für mich. |
   
stalli
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 14. April 2005 - 12:44 Uhr: |
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Hallo, das "Komma" in der 5. Zeile ist nicht mehr als ein Atemzeichen. Es hat mit dem Klingen nichts zu tun, sondern nur mit der musikalischen Aufführungspraxis. Für die Notation kann man es getrost weglassen. bernd |
   
musicara
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 14. April 2005 - 19:07 Uhr: |
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Oh Nein! Die Zäsur hat sehr wohl mit dem Klingen etwas zu tun, sonst brauchte man sie nämlich nicht. Ich würde sie immer mit abdrucken, denn "übersungene" Zäsuren können eine Melodie ganz schön unerträglich machen, das ist das Gleiche wie Sprechen ohne Punkt und Komma, da schaltet man als Zuhörer nach wenigen Augenblicken ab. Man kann die Zäsur auch (und viel Einfacher) durch einen kleinen Schrägstrich von links nach rechts auf der 5. Notenlinie darstellen. Rainer |
   
stalli
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 14. April 2005 - 19:12 Uhr: |
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Es geht doch hier um die Notation einiger Kinderlieder und nicht um eine quellenkritische Ausgabe! Deshalb halte ich die Notation in diesem Fall für überflüssig. So hat man mehr Freiraum bei der musikalischen Ausgestaltung der Melodielinie. |
   
musicara
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 14. April 2005 - 23:08 Uhr: |
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Ja ja, man kann immer was weglassen, aber ob's gut ist...Ich kenne einige anerkannt sehr gute Liedersammlungen von Kinderliedern und die sind mit aller Sorgfalt und Genauigkeit, eben (auch) mit Zäsuren gestaltet. Das ist so wie bei Wave und mp3. Jemand mit musikalisch gut ausgebildeten Ohren wird eine wave immer der mp3 vorziehen, weil sie runder klingt, der "normale" Hörer bemerkt den Unterschied gar nicht. Rainer |
   
geier0815
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 14. April 2005 - 23:55 Uhr: |
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Ich denke auch das man Sie nicht weglassen sollte, habe aber das Problem das Noteedit Sie nicht "einbauen" kann, also Sie gar nicht vorhanden ist. Und irgendwie klingt es merkwürdig wenn Noteedit das Stück abspielt und man versucht dazu zu singen. Aber was für einer Pausenlänge entspricht Sie nun? Denn eine Pause ist es ja, wie es scheint. |
   
musicara
| | Veröffentlicht am Freitag, 15. April 2005 - 00:09 Uhr: |
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Nein, eine Zäsur ist K E I N E Pause, sie hat keine eigene Zeitschiene. Man kann sie mit dem Luftholen beim Sprechen vergleichen. Wenn ich einen langen Satz ohne Punkt, Komma und Luftholen spreche, dann tue ich das ohne "Zäsur" und entsprechend langweilig klingt das für den Hörer. Das meinte ich in meinem Beitrag weiter oben. Wenn das Programm dieses umgedrehte Komma nicht schreiben kann, so ist das nicht schlimm, diese Art der Notierung ist sowieso etwas altertümlich. Der Schrägstrich tut's vollkommen und wird von jedem Leser oder Sänger oder Spieler verstanden. Rainer |
   
geier0815
| | Veröffentlicht am Freitag, 15. April 2005 - 00:38 Uhr: |
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Alles klar, danke für die Info. In dem Falle muß ich die Melodie wohl doch selber auf dem Keyboard spielen und entsprechend meines 'Gesanges' (so man mein Gekrächze so bezeichnen will) eine Unterbrechung einbauen, denn bei dem Gesang hat man da ja doch eine Unterbrechung und die Musik sollte nicht 'vorlaufen'. |
   
musicara
| | Veröffentlicht am Freitag, 15. April 2005 - 00:57 Uhr: |
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Nee, nee, das ist nun eigentlich auch nicht notwendig, denn die Zäsur ist ja nur ein kleines "Schnappen", die dabei entstehende winzige Verzögerung wird beim Singen oder Spielen sofort wieder (Automatisch) ausgeglichen und die Rechnung der Zeiteinheiten stimmt wieder. Das ist dann aber auch schon der wichtigste Unterschied zwischen "lebendigem Musizieren" (also mit kleinen Ungenauigkeiten) und der Computermusik, die natürlich hundertprozentig genau ist (und eben deshalb auf Dauer so langweilig). Die Programmierer der guten Notensatzprogramme versuchen genau hier diese Ungenauigkeiten künstlich einzubauen, aber das sind sehr sehr komplizierte Algorythmen und bisher ist das noch nicht zufriedenstellend gelungen. Man kann eben nicht alles haben. Rainer |
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