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Compressor/Limiter etc. über Mixdown ...


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oberschlingel
Veröffentlicht am Sonntag, 21. Juli 2002 - 06:25 Uhr:   Schnellansicht    IP-Adresse sperren (Nur für Moderatoren)

Hallo Ihr!

Kann mir vielleicht jmd. von euch sagen, ob man Effekte wie Compressor, Limiter, VolMaximizer etc. nur über einzelne Spuren laufen lässt, die es nötig haben, oder ob man die ganze Sache erst über den Mixdown selbst laufen lässt, oder beides? Wenn ja über einzelne Spuren, dann über welche für gewöhnlich? Auch über Gesangs(Stimmen)-Aufnahmen? Über das Drumset? Die Bassline?
Ich habe leider vom Mastering sehr wenig Ahnung und würde gerne ein paar Fragen für mich klären. Ich denke doch, dass das einen sehr grossen Stellenwert für einen guten Song hat und habe mich bisher leider nur mit dem Produzieren selbst beschäftigt,.

Vielen vielen Dank,

Tom
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uwe
Veröffentlicht am Montag, 22. Juli 2002 - 04:20 Uhr:   Schnellansicht    IP-Adresse sperren (Nur für Moderatoren)

Hallo Tom,

Ein Kompressor verringert die Dynamik eines Signals, macht laute Passagen leiser, sodass man ein gleichmäßigeres Signal erhält. Der Einsatz bietet sich also überall da an, wo das Signal eine hohe Eigendynamik hat, die man schwer kontrolliert bekommt - Drums, Bass (wenn schlecht gespielt), Stimmen, cleane oder leicht angezerrte Gitarren, Percussion etc.

Inzwischen sind Kompressoren aber auch das angesagte Mittel, um bewusst einzugreifen in den Dynamikverlauf eines Signals und es zu verfremden.
Dadurch, dass man bei einem Kompressor die Schnelligkeit der Regelvorgänge beeinflussen kann (Attack- & Release-Zeit) ist es also möglich, die Attackphase einer Snare passieren und erst danach das Runterregeln beginnen zu lassen - die Snare bekommt also MEHR Attack dadurch, dass die Ausklingphase relativ dazu leiser wird. Oder man stellt die Zeiten so extrem ein, dass die Atmer des Gesangs z.B. lauter erscheinen als der Gesang selbst.

Hier wird so langsam klar, dass die Möglichkeiten unbegrenzt sind und man leider um fundiertes Wissen über die Wirkungsweise, vor allem aber auch um die Eigenschaften der zu bearbeiten Signale nicht drumrum kommt. Wer nicht Bescheid weiß, WIE er Dynamik-Effekte einstellen soll, macht das Signal wahrscheinlich eher schlimmer als besser :)
Es gibt im Internet einen riesigen Vorrat an Tips und Tricks, mir fallen spontan aber nur englische Seiten ein. Schon Suchmaschinen probiert?

> Auch über Gesangs(Stimmen)-Aufnahmen?

Auf jeden Fall.

> Über das Drumset?

Jawoll!

> Die Bassline?

Gerade bei bassigen Instrumenten ist eine absolut gleichmässige Spielweise Pflicht, weil Bässe nun mal die meiste Energie haben und somit den Pegel eines Songs fast alleine entscheiden. Wenn Bass Drum und Bass ständig schwanken (ungewollt), ist es unmöglich, einen gleichmäßigen Mix zu bekommen.

Bässe müssen also in den meisten Fällen komprimiert werden. Ein echter Bass mit Saiten
sollte auch deswegen komprimiert werden, weil die Saite bei langen Noten zu Beginn viel lauter ist als am Ende (bei billigen Bässen besonders, da sind außerdem die Töne alle unterschiedlich laut, und dann noch ein ungleichmäßig spielender Bassist... ;) - man kann dann durch einen entsprechend eingestellten Regelverlauf den Anfang einer Note runterregeln und während des Ausklingens langsam wieder "aufmachen" lassen -> die Saite klingt nicht so stark ab.

Noch einmal: Der Trick ist generell, dass man wissen muss, wie genau das Signal aussieht, damit man gezielt auf Teile davon zugreifen und diese verändern kann. Die Wellenform-Darstellung kann da übrigens sehr helfen.

> Ich denke doch, dass das einen sehr
> grossen Stellenwert für einen guten Song hat und > habe mich bisher leider nur mit dem Produzieren > selbst beschäftigt

Nunja, ein guter Song ist auch ohne Kompressor ein guter Song, aber ein Mix ohne Kompression ist schlicht unmöglich (außer man ist Hi-End-Purist ;)

Ich komprimiere beim Mixen fast jedes Einzel-Signal. Selbst kleine Änderungen wirken sich in der Summe aus - die Dynamikreduktion addiert sich in der Summe. Das bringt mehr und klingt besser, als nur am Ende die Summe zu komprimieren. Die Summe komprimiere ich dann trotzdem noch mit einem Multiband-Kompressor (der komprimiert z.B. Bässe, Mitten und Höhen unterschiedlich und erreicht so eine stärkere Verdichtung und "Verzahnung", alles klingt mehr wie aus einem Guss). Hier muss man aber SEHR vorsichtig sein, mit billigen Geräten/PlugIns oder falschen Einstellungen wird der Mix definitiv "verschlimmbessert" (Ich benutze den TC Finalizer). Am Ende wird der gesamte Mix dann durch einen Limiter geschickt. Auch hier darf man nicht übertreiben - Nur die lautesten Spitzen sollten abgeschnitten werden, ansonsten wird der Mix stumpf und hat keinen Punch.

Laut wird ein Mix nicht durch maßlose Kompression, sondern durch ein gutes Arrangement und einen guten Mix ;)

Uwe
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oberschlingel
Veröffentlicht am Montag, 22. Juli 2002 - 18:15 Uhr:   Schnellansicht    IP-Adresse sperren (Nur für Moderatoren)

Lieber Uwe,

vielen lieben Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mir so ausführlich zu antworten. Du hast mir wirklich sehr weitergeholfen.

Viele Grüße,

Tom