Capella 2004, Takte mit Pausen kürzer...
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jonnie
| | Veröffentlicht am Montag, 28. März 2005 - 14:45 Uhr: |
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Leider hat Capella 2004 normalerweise keine Möglichkeit, Längen von Takten zu beeinflussen. Schreibt man 4 Takte in ein Notensystem so werden wohl Takte mit mehreren Noten und viel Text länger. Wie könnte man Takte mit vielen Pausen bewusst kürzer machen, um dann für andere Takte mit vielen Noten und Text Platz zu gewinnen? Wäre doch super, wenn sich Taktstriche, Noten und Pausen beliebig verschieben ließen. Man kann wohl die Pausen in so einem Takt bis zu einem gewissen Grad verschieben, doch die Taktstriche bleiben stur auf demselben Platz. Das müsste sich doch ändern lassen! mfg Hannes |
   
rhalstenbach
| | Veröffentlicht am Montag, 28. März 2005 - 20:40 Uhr: |
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>Man kann wohl die Pausen in so einem Takt bis zu einem gewissen Grad verschieben, doch die Taktstriche bleiben stur auf demselben Platz. Das müsste sich doch ändern lassen! Sorry - das begreife ich im Ansatz nicht. Die Position der Taktstriche ergibt sich aus: a) Anzahl Takte pro Zeile - je mehr Takte, umso enger die einzelnen Takte. b) die Breite eines einzelnen Taktes ergibt sich aus den Anzahl Noten, den einzelnen Notenwerten und der Einstellung bei "Format -> Partitur -> Notenausrichtung". Dort kann u.a. noch "Kompression" erlaubt werden, d.h. egal wieviele Noten und Takte in einer Zeile stehen, sie ragen nie über den rechten Rand hinaus, wenn ... c) ... für das aktuelle System "Randausgleich" festgelegt wurde. Also alles *VOLL* konfigurierbar - nur eben nicht durch (sinnloses) Umherschieben von Taktstrichen, sondern durch gezielte Formatierung der Partitur. |
   
jonnie
| | Veröffentlicht am Dienstag, 29. März 2005 - 00:53 Uhr: |
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Hallo! So ganz kann ich mich Ihrer Meinung nicht anschließen. Meiner Meinung gibt es neben der mathematischen Berechnung von Taktweiten und Abständen zwischen Noten und Pausen noch etwas, was man Kreativität und Ästetik nennt. Ich möchte eben mit einem Computerprogramm die Noten so schreiben, wie ich sie mir mit der Hand geschrieben vorstelle. Da möchte ich halt die Möglichkeit haben, meine Taktstriche, Noten und Pausen möglichst flexibel setzen zu können. Und das stört mich an Capella etwas. Andererseits hat es wieder sehr viele Möglichkeiten, Noten jedweder Art in anspruchsvoller Art zu schreiben. Es gibt aber Notensatzprogramme, die der persönlichen Freiheit etwas mehr freien Spielraum lassen, weil sie fast alle Objekte als grafische Objekte anwenden, was mehr Spielraum lässt. Ein solches Programm ist zum Beispiel das schon etwas in die Jahre gekommene und kaum verbesserte ENCORE. Meiner Meinung würde Capella sehr an Attraktivität gewinnen, wenn man Taktstriche auch (sinnlos) beliebig verschieben könnte. Ich werde auf jeden Fall mein altes geliebtes ENCORE jetzt vermehrt wieder für so manche Aufgaben verwenden. mfg Hannes |
   
rhalstenbach
| | Veröffentlicht am Dienstag, 29. März 2005 - 18:46 Uhr: |
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Der Kreativität und Ästhetik wird in Capella nicht der geringste Widerstand gesetzt - im Gegenteil. Man kann mit Capella exakt so die Noten und Pausen so flexibel setzen, wie man Lust und Laune hat. Nur das "Interface" bedeutet eben nicht (fehlerbehaftetes) Herumschieben von Taktstrichen, sondern präzise Festlegung von Laufweiten, Abständen und und und - Capella wird "nur" anders bedient - das Ergebnis ist aber im Ausdruck das gleiche. Wie wäre es, wenn Du mal ein Blatt mit Encore so erstellst, dass es mit Capella "nicht geht" (wobei ich allerdings keine fehlerhafte Zwangsdarstellung meine - das kann ich auch mit Corel Draw) - und ich arbeite das gleiche Blatt mit Capella aus. Wetten, dass das geht?! |
   
jonnie
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 30. März 2005 - 00:36 Uhr: |
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Hallo! Gut ich nehme den Fehdehandschuh an. Ich schicke dir eine mit Encore geschriebene und in PDF umgewandelte Datei zu. Wenn du es schaffst, sie auch so zu schreiben, dann lasse ich mich überzeugen. Schreibe mir, bitte, auch dazu, wie du es geschafft hast (wenn du es schaffst????????????) Grüße Hannes |
   
johannes
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 30. März 2005 - 01:32 Uhr: |
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Hallo Hannes! Bitte schick mir auch diese PDF Datei, oder noch besser gleich die Encore-Datei - würde mich auch interessieren. mfg Johannes |
   
sanni01
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 30. März 2005 - 12:18 Uhr: |
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Oder noch besser, postet bitte das Ergebnis in diesen Thread. Ich verfolge mit großem Interesse Eure Diskussion, da die angesprochene Problematik vor langer Zeit auch für mich ein Entscheidungskriterium war, mich für Encore und gegen Capella zu entscheiden. Gruß Sandro |
   
jonnie
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 30. März 2005 - 13:19 Uhr: |
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Hallo Rainer! So gilts natürlich nicht. Deine Datei ist nur ein Beweis, wie gut Capella-Scan ist, aber nicht, ob Capella die Datei auch so ähnlich erzeugen kann. Das kann es nämlich nicht. Oder du musst es mir erst beweisen, ohne die Datei zu scannen. Vor allem, wie kann man bei Capella Takte mit Pausen beliebig klein (kürzer, weniger Platz) und Noten innerhalb eines Taktes an eine beliebige Position setzen? Taktstriche kann man nicht verschieben und Noten und Pausen sind nur gering nach rechts und links verschiebbar. Wie das Capella Scan geschafft hat ist mir auch ein Rätsel, aber vielleicht geht's dabei nur um ein möglichst genaues Erkennen aller Zeichen. Das Problem für mich besteht darin, dass man bei Encore und, wie ich bei meinen Recherchen bei anderen Programmen (Octava, Vivaldi, Sibelius und Finale) ausprobiert habe, nur bei Encore die Takte, Noten und Pausen beliebig verschieben kann. Übrigens sind die Programme Sibelius und Finale (beide um die 700 Euro) bestimmt im Vergleich zu Capella und Encore ihr Geld nicht wert. Beide, am meisten aber Sibelius, glänzen durch irgendwelche grafische Mätzchen wie: verschiebbares Notenblatt, etwas strukturierter Hintergrund, sehr realistische Midi-Abspielung. Das sind alles Sachen, die für das Wichtigste, nämlich das Notenbild, total unwichtig sind und nur Speicher brauchen und dadurch Probleme bringen können. Das heißt, Encore ist dem natürlichen Schreiben von Noten am ähnlichsten. Außer du kannst es mir noch beweisen, dass man meine Vorstellungen auch durch bestimmte Einstellungen erreichen kann. Du kannst es mir nur dadurch beweisen, indem du eine oder zwei Zeilen meines Notenbildes neu mit Capella zu schreiben versuchst und mir detailliert beschreibst, wie du es gemacht hast, sodass ich es dann selbst nachvollziehen kann. Grüße Hannes |
   
jonnie
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 30. März 2005 - 13:26 Uhr: |
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Das ist übrigens die Vorgeschichte zu meiner letzten Antwort, Am Mittwoch, 30. März 2005 20:46 schrieb Johannes Öhlinger: > Hallo! > > Hier ist die versprochene Encore Datei. Bin gespannt, ob und wie du das > schaffst. > > Hannes Dann die Antwort von Rainer. Hallo Johannes, zunächst mal habe ich die Datei einfach durch Capella Scan geschickt und dann in Capella neu als PDF exportiert (ohne einen einzigen Eingriff - ist schon erstaunlich, wieviel Capella Scan richtig erkennt). Nun sind zwar ein paar Fehler drin (falsche Bezeichnungen, Druckfehler im Liedtext usw.), aber man kann schon sehr gut erkennen, was herauskommen soll. Meine Frage: ich sehe leider jetzt schon nicht, worin das Problem besteht, was ist an Capella so grottenschlecht was an Encore so supertoll ist?? Die Notenbilder sind sehr ähnlich, die Takte sehen bei beiden normal aus - was ist denn nun das Problem und was soll bei Capella anders werden? Grüße Rainer |
   
sanni01
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 30. März 2005 - 15:36 Uhr: |
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Genau! Mir ist das Problem wohl bekannt. Hannes meint, daß man bei Encore JEDEN Taktstrich und JEDE Note (auch jedes Pausenzeichen) mit der Maus anfassen und beliebig (intuitiv) nach links oder rechts verschieben kann, bis man der Meinung ist, daß dann das Notenbild übersichtlicher wird. Dies wird notwendig z.B. bei Texteingaben unter 16tel-Noten mit langen Silben. Da muß man ganz einfach vier 16tel-Noten per Hand auseinanderziehen, damit man den Liedtext darunter vernünftig lesen kann. Die darauffolgenden zwei viertel Noten (im gleichen Takt) können ja wieder enger beieinanderstehen. Möglich, daß man Einzelabstände zwischen den Noten in Capella auch über einen Dialog frei definieren kann, so intuitiv wie mit der Maus in Capella (quasi per Drug&Drop) geht es nicht. Oder Rainer? Gruß Sandro |
   
jonnie
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 30. März 2005 - 16:40 Uhr: |
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Hallo Sandro! Du meinst wohl am Schluss "Möglich, dass ... , so intuitiv wie mit der Maus in "Encore" (quasi per Drag&Drop) geht es nicht. Gruß Hannes |
   
rhalstenbach
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 31. März 2005 - 02:41 Uhr: |
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>So gilts natürlich nicht. Deine Datei ist nur ein Beweis, wie gut Capella-Scan ist, aber nicht, ob Capella die Datei auch so ähnlich erzeugen kann. Das kann es nämlich nicht. O Gott - Du hast wirklich schrecklich wenig Ahnung von Capella. Mit Capella Scan habe ich nur die unattributierten Notenwerte (plus Text, plus Fehler bei der Erkennung) in Capella portiert. Das ist EXAKT DASSELBE, als hätte ich ganz doof, ohne Tricks ohne alles, die Noten eingetippt: das ist mir (logischerweise) zuviel Arbeit, deswegen habe ich sie gescannt. Nichtsdestotrotz ist das Ergebnis ein REINES Capella Produkt und hat NICHTS(!!) mit Capella Scan zu tun - das hat mir nur das Tippen abgenommen. Leider formulierst Du immer noch nicht, worauf es eigentlich ankommt? Wieso glaubst Du, dass dieses Notenblatt "Capella normal nicht kann"?? Es ist Capella pur. Ich kann Dir gerne noch andere Versionen schicken, wo die Noten weiter auseinander stehen, die Pausen dafür kleiner sind und und und - aber ich weiß nicht, wozu Du das brauchst. Was Capella wirklich NICHT kann, ist, dass man in einem Takt die Noten idiotisch eng aneinander malt und im nächsten Takt die gleichen Noten irre weit auseinander (obwohl selbst das würde ich hinbekommen - ist aber schon etwas trickreich). Du vergißt den Sinn von "Notensatzprogrammen": deren Sinn besteht NICHT darin, irgendwelche chaotischen Notenansammlungen zu produzieren (das geht, wie gesagt, auch mit Corel Draw), sondern sie sollen dabei helfen , so schnell und so einfach wie möglich Noten zu produzieren, die den allgemeinen Regeln des Notenstichs entsprechen - und genau das macht Capella, wobei es wirklich extrem konfigurierbar ist, um alle möglichen Sonderwünsche zu ermöglichen. Nur: stumpfe Fehler kann man (zum Glück) nur schlecht produzieren (obwohl, wie gesagt, gehen tut alles!). Zurück zum Beispiel: die Noten, wie von mir erstellt, sind das "normale Capellaformat", wenn man stinknormal die Standard Einstellungen benutzt - ohne Tricks, ohne alles. Wieso fragst Du seltsam nach, wie sehen die Noten bei Dir in Capella denn aus?? |
   
rhalstenbach
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 31. März 2005 - 02:44 Uhr: |
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An Sandro: >Dies wird notwendig z.B. bei Texteingaben unter 16tel-Noten mit langen Silben. Da muß man ganz einfach vier 16tel-Noten per Hand auseinanderziehen, damit man den Liedtext darunter vernünftig lesen kann. Die darauffolgenden zwei viertel Noten (im gleichen Takt) können ja wieder enger beieinanderstehen. Genau dieses lästige Problem löst Capella elegant automatisch: einfach "Liedtext berücksichtigen" bei der Notenausrichtung aktivieren - fertig! Schon werden alle Noten so zurechtgerückt, dass der Text darunter genau passt. |
   
sanni01
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 31. März 2005 - 11:21 Uhr: |
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@ Hannes natürlich! Blöder Fehler von mir. @ Rainer Jupp. Dies ist offensichtlich ein Problemchen, wenn man eine neue Software testet. Wenn man diese automatische Option (noch) nicht kennt, neigt man eben dazu, alles mit der Maus anfassen und zurechtrücken zu wollen. Bei Encore konnte man dies eben sofort und ohne Einschränkungen tun -> bei Capella hätte man diese Funktion erst suchen müssen. Einmal mit diesem Wissen ausgestattet, sieht das Ergebnis (schnell ans Ziel kommen) natürlich genauso perfekt aus. Der Unterschied liegt halt nur im Weg. Gruß Sandro |
   
rhalstenbach
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 31. März 2005 - 17:13 Uhr: |
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Hi Sandro, es ist eben ein grundsätzliches Problem, dass Notensatzprogramme schwierig zu bedienen sind (was ich immer schon geschrieben habe). Man kann kein Notensatzprogramm "einfach so" einsetzen, es gehört für jedes Programm eine gehörige Portion Einarbeitungszeit. Und je länger man damit arbeitet, umso erfahrener wird man und umso bessere und vor allem schnellere Ergebnisse erzielt man. Ich sage auch nicht, dass dieses oder jenes Programm BESSER ist als das andere, das Problem liegt viel mehr darin, dass jeder, der einmal ein Notensatzprogramm "auf der Pfanne" hat, sich nur sehr sehr schlecht in ein anderes einarbeiten kann - und genau das verleitet dann schnell zu der (falschen) Annahme, das andere Programm sei schlechter. Es ist aber nicht schlechter, sondern einfach nur anders. Mindestens so wichtig wie das Programm selbst, ist derjenige, der davor sitzt und die Knöpfe bedient. Ich selbst arbeite seit vielen Jahren mit Capella (ich habe es mal gekauft, weil es nicht so teuer war wie andere) und bin damit zufrieden. Ich produziere sehr schöne und hochwertige Notenbilder damit, weiß aber trotzdem, dass Capella auch technische Probleme haben kann ("Bugs"). Aber noch nie habe ich so einen schweren Fehler gefunden, dass ich der Meinung gewesen wäre, dass ich das Problem nicht lösen oder umgehen könnte. Insgesamt ist Capella durchaus als "logisch" zu betrachen - nur muss man die Logik eben verstanden haben. Ich denke nicht, dass ich (ohne Notwendigkeit) auf ein anderes Programm umsteigen werde - auch wenn ich immer wieder hören und lesen muss, Sibelius, Finale und Co. seien alle "viel besser" - letztendlich zählt nur das Notenbild und die Dauer, die die Erstellung benötigt hat. Ich habe gerade mein neuestes Projekt abgeschlossen, ich habe die Chornoten (mit Klavierauszug) von Bruckners e-moll Messe (für gem. Chor und Bläser) vollständig in Capella geschrieben (Vorlage von Edition Peters), weil das Original von Peters sehr schlecht gedruckt ist und außerdem andauernd im Chorbass der Text "gespart" wurde (eine absolut nervige Marotte) - ich habe ca. 6 Wochen (unregelmäßig) daran gearbeitet. Insgesamt habe ich durchschnittlich pro Seite ca. 1-2 Stunden gebraucht - das ist sehr schnell, wenn man die Komplexität der Seiten sieht. So etwas kann man nur, wenn man wirklich "richtig" mit dem Programm umgehen kann - sonst sitzt man Jahre daran. Grüße Rainer |
   
sanni01
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 31. März 2005 - 19:28 Uhr: |
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Hallo Rainer, im Grunde sprichst Du mir aus der Seele, dem kann ich wirklich kaum noch was hinzufügen, aber in diesem Punkt waren wir uns ja in einem anderen Thread schon einig. Ich weiß nicht, wie WHC zur Zeit damit umgeht, aber genau dies ist der Grund, warum es nicht ausreicht, die Demo-Version auf z.B. nur 30 Tage zu beschränken. In der Zeit schafft man es nie, durch Probieren oder Internet-Recherchen ganz spezielle Problemchen zu lösen. Dazu gehört, wie Du schon sagst, eine längere Einarbeitungszeit. Ein Handbuch hat man ja auch nicht zur Verfügung und wenn sich dann kurz vor Ablauf der Testphase die Fragezeichen häufen anstatt kleiner zu werden, ist man leider mit Vorurteilen schnell bei der Hand. Manche Programme haben in der Demo-Version die Speicher- oder Druckfunktion gesperrt, was ebenfalls wenig sinnvoll ist, da man auch mal ein ausgedrucktes Notenbild in den Händen halten bzw. an einem angefangenen Projekt den nächsten Tag weiterarbeiten möchte. Gut wäre vielleicht eine 30-Tage-Vollversion bei der sich erst nach Ablauf der Testphase nur die Druckfunktion sperrt. Das wär doch mal eine Idee ... Im Grunde mag man zu Capella stehen wie man will, im Preis-Leistungsverhältnis können ihm Sibelius und Co. noch lange nicht das Wasser reichen. Gruß Sandro |
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