{"id":382,"date":"2024-08-28T09:20:45","date_gmt":"2024-08-28T07:20:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.musica.at\/blog\/?p=382"},"modified":"2025-09-23T07:22:34","modified_gmt":"2025-09-23T05:22:34","slug":"makemusic-finale-wird-eingestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.musica.at\/blog\/makemusic-finale-wird-eingestellt\/","title":{"rendered":"MakeMusic Finale wird eingestellt!"},"content":{"rendered":"<h1>Das Ende einer \u00c4ra: Die Einstellung der Notations-Software Finale<\/h1>\n<p><a href=\"https:\/\/www.musica.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/finale-discontinued.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-383\" src=\"https:\/\/www.musica.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/finale-discontinued.jpg\" alt=\"Notensatz Finale discontinued\" width=\"998\" height=\"716\" srcset=\"https:\/\/www.musica.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/finale-discontinued.jpg 998w, https:\/\/www.musica.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/finale-discontinued-300x215.jpg 300w, https:\/\/www.musica.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/finale-discontinued-768x551.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 998px) 100vw, 998px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Abschied von einem Urgestein der Notationssoftware<\/h2>\n<p>Nach 35 Jahren Begleitung der Musikkomponisten und -schaffenden dieser Welt sagt die Notations-Software Finale endg\u00fcltig Lebewohl. Die Entwicklerfirma MakeMusic hat die Entscheidung getroffen, die Weiterentwicklung der Software einzustellen und <strong>ab August 2024<\/strong>, also ab sofort(!) keine Updates mehr f\u00fcr die Programme Finale, Finale PrintMusic und Finale Notepad anzubieten. Dieser Schritt markiert das Ende einer \u00c4ra f\u00fcr eines der am l\u00e4ngsten bestehenden und einflussreichsten Notationsprogramme.<\/p>\n<h2>Eine Reise durch die Geschichte von Finale<\/h2>\n<p>Die erste Version von Finale erblickte 1988 das Licht der Welt und wurde von Phil Farrand und John Borowicz f\u00fcr <strong>Coda Music<\/strong> Software entwickelt. Sp\u00e4ter wurde das Unternehmen an Net4Music verkauft und firmierte schlie\u00dflich unter dem Namen MakeMusic. In den folgenden Jahrzehnten etablierte sich Finale als Branchenstandard f\u00fcr die computergest\u00fctzte Musiknotation und erm\u00f6glichte es Komponisten, professionell gestaltete Partituren mit einem beispiellosen Ma\u00df an Detail zu erstellen.<\/p>\n<h2>Die Funktionsvielfalt von Finale<\/h2>\n<p>Finale bot eine beeindruckende Palette an Werkzeugen und Funktionen. Von der Eingabe von Noten \u00fcber Keyboard oder direkt in der Software bis hin zur optischen Erkennung gescannter Noten deckte das Programm alle Aspekte der Notation ab. Die Benutzeroberfl\u00e4che war in hierarchisch organisierte Paletten unterteilt, auf denen die entsprechenden Werkzeuge f\u00fcr die Bearbeitung verschiedener Partiturelemente ausgew\u00e4hlt werden konnten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus verwaltete Finale automatisch viele grundlegende Regeln der Harmonie und Notation, wie korrekte Balkenf\u00fchrung, Stammrichtung und vertikale Ausrichtung unterschiedlicher Notenwerte. In Situationen, in denen keine benutzerdefinierte Anpassung vorlag, traf das Programm eine &#8222;gute Einsch\u00e4tzung&#8220;, insbesondere bei der enharmonischen Schreibweise neu eingegebener Daten aus einer MIDI-Tastatur unter Ber\u00fccksichtigung der aktuellen Tonart.<\/p>\n<h2>Der Aufstieg der Konkurrenz<\/h2>\n<p>Obwohl Finale lange Zeit die unangefochtene Nummer eins in der Welt der Notationssoftware war, begannen mit der Zeit Konkurrenten aufzuholen, die als benutzerfreundlicher galten. Zun\u00e4chst kamen Encore (Passport Music) und dann Sibelius auf den Markt, gefolgt von Anbietern wie PreSonus und Steinberg mit ihren professionellen Notationsprogrammen Notion und Dorico. Einige DAWs (<em>Digital Audio Workstations<\/em>) integrierten ebenfalls\u00a0 schon sehr leistungsf\u00e4hige Notationseditoren. Pl\u00f6tzlich war Finale nur noch eine Option unter vielen, und im Vergleich zu seinen Mitbewerbern wirkte es zunehmend veraltet und beh\u00e4big.<\/p>\n<h2>Die Zukunft der Notation liegt anderswo<\/h2>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung von MakeMusic lohnt es sich nicht mehr, die &#8222;Millionen von Codezeilen&#8220; von Finale zu pflegen. <strong>Greg Dell&#8217;Era<\/strong>, Pr\u00e4sident von MakeMusic, erkl\u00e4rte: &#8222;Heute ist Finale nicht mehr die Zukunft der Notationsbranche &#8211; eine Realit\u00e4t nach 35 Jahren, und ich m\u00f6chte diesbez\u00fcglich offen sein. Anstatt neue Versionen von Finale zu ver\u00f6ffentlichen, die unseren Nutzern nur marginalen Mehrwert bieten w\u00fcrden, haben wir uns entschieden, die Entwicklung einzustellen.&#8220;<\/p>\n<h2>Optionen f\u00fcr Finale-Nutzer<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Nutzer von Finale bedeutet diese Entscheidung, dass es an der Zeit ist, zu einer neuen Software zu migrieren. Um den \u00dcbergang f\u00fcr seine treuen Kunden zu erleichtern, hat MakeMusic eine Partnerschaft mit Steinberg geschlossen und bietet einen exklusiven Rabatt auf Dorico Pro 5 an.\u00a0\u00a0Steinberg Dorico 5 wird von MakeMusic als die beste &#8222;Heimat&#8220; f\u00fcr alle angesehen, die bisher Finale genutzt haben. Seit seiner Erstver\u00f6ffentlichung im Jahr 2016 erh\u00e4lt Dorico regelm\u00e4\u00dfig Updates und funktioniert plattform\u00fcbergreifend sowohl unter Windows und macOS als auch auf iPadOS. Mit seiner modernen Benutzeroberfl\u00e4che und fortschrittlichen Funktionen k\u00f6nnte Dorico tats\u00e4chlich die Zukunft der Notationssoftware sein.<\/p>\n<h2>Ein Blick zur\u00fcck und nach vorn<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend das Ende von Finale zweifellos das Aus einer \u00c4ra markiert, er\u00f6ffnet es gleichzeitig neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Komponisten und Musiker. Die Entscheidung von MakeMusic, die Entwicklungsressourcen auf vielversprechendere L\u00f6sungen wie z.B. Dorico zu konzentrieren, k\u00f6nnte sich als weitsichtig erweisen und die Branche der Notationssoftware in eine neue, innovativere Richtung lenken.<\/p>\n<h3>Die Herausforderungen der Softwareaktualisierung<\/h3>\n<p>In einer sich schnell wandelnden technologischen Landschaft ist es f\u00fcr Softwareunternehmen eine st\u00e4ndige Herausforderung, ihre Produkte auf dem neuesten Stand zu halten und den Erwartungen der Nutzer gerecht zu werden. Die Entscheidung von MakeMusic, Finale einzustellen, spiegelt diese Realit\u00e4t wider und unterstreicht die Notwendigkeit, Ressourcen strategisch einzusetzen, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Auch der Notationssoftwareentwickler &#8222;<strong>Passport Music<\/strong>&#8220; mit den Programmen <strong>Encore<\/strong>, MusicTime und Mastertracks hatte offensichtliche Probleme und wurde 2022 wieder an den urspr\u00fcnglichen Entwicker verkauft und verspricht seitdem eine neue, &#8218;upgedadete&#8216; Version 6 von Encore, welche aber immer noch auf sich warten l\u00e4sst. Offenbar sind gute Programmierer heute schwer zu finden oder einfach zu teuer&#8230;<\/p>\n<h3>Die Zukunft der Musiknotation<\/h3>\n<p>Die Einstellung von Finale wirft Fragen \u00fcber die Zukunft der Musiknotation auf. Werden Komponisten und Musiker weiterhin auf dedizierte Notationssoftware setzen, oder werden integrierte L\u00f6sungen in DAWs (<em>igital Audio Workstations<\/em>) und anderen Musikprogrammen an Bedeutung gewinnen?<\/p>\n<h4>Neue Technologien und Innovationen<\/h4>\n<p>Die rasante Entwicklung neuer Technologien wie virtueller Realit\u00e4t, K\u00fcnstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen k\u00f6nnte die Art und Weise, wie Musik komponiert und notiert wird, grundlegend ver\u00e4ndern. Unternehmen wie MakeMusic, Sibelius und Steinberg m\u00fcssen diese Trends im Auge behalten und innovative L\u00f6sungen entwickeln, um relevant zu bleiben.<\/p>\n<h3>Die Rolle von Standardisierung und Interoperabilit\u00e4t<\/h3>\n<p>In einer Welt, in der Musiker und Komponisten mit verschiedenen Softwarel\u00f6sungen arbeiten, gewinnt die Standardisierung und Interoperabilit\u00e4t an Bedeutung. Formate wie MusicXML erm\u00f6glichen den nahtlosen Austausch von Noten zwischen verschiedenen Programmen und Plattformen.<\/p>\n<h3>Die Bedeutung von Benutzerfreundlichkeit<\/h3>\n<p>In einer zunehmend technologieorientierten Welt ist die Benutzerfreundlichkeit ein entscheidender Faktor f\u00fcr den Erfolg von Software. Notationsprogramme m\u00fcssen intuitiv und leicht zu erlernen sein, um eine breite Akzeptanz zu finden. Dies ist wohl die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr alle Hersteller von Musiknotationssoftware.<\/p>\n<h4>Anpassung an verschiedene Nutzergruppen<\/h4>\n<p>Unterschiedliche Nutzergruppen wie professionelle Komponisten, Amateurmusiker und Studenten haben unterschiedliche Anforderungen an Notationssoftware. Eine erfolgreiche L\u00f6sung muss in der Lage sein, diese verschiedenen Bed\u00fcrfnisse zu adressieren und eine nahtlose Benutzererfahrung zu bieten.<\/p>\n<h3>Die Rolle von Bildung und Schulungen<\/h3>\n<p>Um die Akzeptanz und den effektiven Einsatz von Notationssoftware zu f\u00f6rdern, ist Bildung und Schulung unerl\u00e4sslich. Softwareunternehmen, Musikschulen und Bildungseinrichtungen m\u00fcssen zusammenarbeiten, um Ressourcen und Schulungsmaterialien bereitzustellen. Die Bereitstellung von Software zu g\u00fcnstigeren Preisen bei vollem Funktionsumfang (\u2192 <a title=\"EDU Software im Musikhaus Thomann\" href=\"https:\/\/www.musica.at\/de\/kat.php?s=edu-software\">EDU Versionen im Musikhaus Thomann<\/a>) ist hier nur der erste Schritt.<\/p>\n<h4>Online-Ressourcen und Tutorials<\/h4>\n<p>In der heutigen digitalen Welt k\u00f6nnen Online-Ressourcen und Tutorials eine wertvolle Erg\u00e4nzung zu traditionellen Schulungen sein. Video-Tutorials, interaktive Kurse und Online-Communities k\u00f6nnen Nutzern helfen, die Funktionen von Notationssoftware besser zu verstehen und zu nutzen.<\/p>\n<h3>Die Bedeutung von Kreativit\u00e4t und k\u00fcnstlerischer Freiheit<\/h3>\n<p>Letztendlich sollte Notationssoftware nicht nur als Werkzeug zur Erstellung von Partituren dienen, sondern auch die Kreativit\u00e4t und k\u00fcnstlerische Freiheit der Musiker und Komponisten f\u00f6rdern.<\/p>\n<h4>Anpassungsm\u00f6glichkeiten und Erweiterbarkeit<\/h4>\n<p>Erfolgreiche Notationsprogramme bieten Benutzern die M\u00f6glichkeit, die Software an ihre individuellen Bed\u00fcrfnisse anzupassen und zu erweitern. Skriptfunktionen, Plug-ins und die Integration von Drittanbieter-Bibliotheken k\u00f6nnen dazu beitragen, die kreativen Grenzen zu erweitern.<\/p>\n<h3>Die Zukunft der Musikindustrie<\/h3>\n<p>Die Entscheidung von MakeMusic, Finale einzustellen, spiegelt sicher auch die gr\u00f6\u00dferen Ver\u00e4nderungen in der Musikindustrie wider. In einer Welt, in der Streaming und digitale Vertriebswege (digitale Musiknoten) wesentlich an Bedeutung gewinnen, m\u00fcssen Unternehmen ihre Strategien anpassen und innovative L\u00f6sungen finden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_388\" aria-describedby=\"caption-attachment-388\" style=\"width: 728px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.musica.at\/de\/kat.php?s=notationssoftware\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-388 size-full\" src=\"https:\/\/www.musica.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Music_is_passion_728x90.jpg\" alt=\"Music is our Passion - Musikhaus Thomann\" width=\"728\" height=\"90\" srcset=\"https:\/\/www.musica.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Music_is_passion_728x90.jpg 728w, https:\/\/www.musica.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Music_is_passion_728x90-300x37.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 728px) 100vw, 728px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-388\" class=\"wp-caption-text\"><a title=\"Music is our Passion - Musikhaus Thomann\" href=\"https:\/\/www.musica.at\/de\/kat.php?s=notationssoftware\">Music is our Passion &#8211; Musikhaus Thomann<\/a><\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ende einer \u00c4ra: Die Einstellung der Notations-Software Finale Abschied von einem Urgestein der Notationssoftware Nach 35 Jahren Begleitung der Musikkomponisten und -schaffenden dieser Welt sagt die Notations-Software Finale endg\u00fcltig Lebewohl. 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