Fritz Wunderlich - Der Letzte Liederabend / The Last Recital

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Fritz Wunderlich - Der Letzte Liederabend / The Last Recital
Seinen letzten Liederabend sang er am 04. September 1966 in Edinburgh. Am 17. September des gleichen Jahres verstarb Fritz Wunderlich leider viel zu früh. In der Usher Hall gab er, zusammen mit seinem Begleiter Hubert Giesen, sein bewährtes Liederabendprogramm: Den Kern bildet Schumanns "Dichterliebe", umrahmt von Beethoven- und Schubertliedern zu Anfang und nach der ergreifenden Interpretation des Schumann-Zyklus mit Zugaben von Schumann, Spohr, R. Strauss und Schubert. Dass die Tontechniker auf dieser sonst so ergreifenden CD jeden Applaus nach höchstens zwei Sekunden brutal abwürgen, bleibt mir jedoch ein Rätsel. Eine Beethoven-Gruppe steht am Anfang des Programms. Es zeugt von einem gewissen Mut, ausgerechnet mit "Adelaide", einem sehr schwärmerischen und nicht zuletzt auch sehr langen Lied zu beginnen. Wunderlichs Stimme sitzt aber von der ersten Sekunde an perfekt. Sehnsucht gepaart mit Leichtigkeit, Schwärmerei mit Tiefgang: Bei Fritz Wunderlich braut sich alles zu einer herrlichen Mixtur zusammen. Nach der zurückhaltenden "Resignation", zieht der große Tenor beim extrem dramatischen "Wachtelschlag" alle Register seines Könnens: Fürchte Gott!, liebe Gott!, danke Gott! -- die Rufe einer Wachtel, werden so zur eindringlichen Weisung. Das "Mailied" ist einfach nur wunderschön, während "Der Kuss" mit feinstem Humor vorgetragen wird.

Mit einer fast zynischen Leichtigkeit wird mit "Der Einsame" die Schubert-Gruppe eröffnet. Bei Mayrhofers "Nachtstück" schauderts einem: Von überwältigender Innigkeit und verblüffender Natürlichkeit wird diese Todessehnsucht von Fritz Wunderlich zelebriert. "An die Laute" hellt alles wieder ein bisschen auf. Nach dem abermals schwermütigen "Lied eines Schiffers an die Dioskuren", beschließen Fritz Wunderlich und Hubert Giesen mit "An Sylvia" und "Die Forelle" den Schubert-Teil mit etwas leichteren Liedern. Und dann die "Dichterliebe": Diese 16 Gedichte von Heinrich Heine, geschrieben 1822 nach einer gescheiterten Beziehung, von Schumann 1840 vertont, gehören zum Formvollendetsten was es gibt. Mit Fritz Wunderlich als Interpreten, wird dieser Zyklus zum ergreifenden Erlebnis. Alles Überflüssige wird weggelassen, keine Effekthascherei. Hubert Giesen spielt zurückhaltend aber er lässt sich nie zurückdrängen. Fritz Wunderlich taucht mit Haut und Haar in die "Dichterliebe" ein, hat seine Emotionen aber immer unter Kontrolle. Das ist einfach Kunst. --Rudolf Kamm

Deutsche Grammophon Production (Universal)

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Seinen letzten Liederabend sang er am 04. September 1966 in Edinburgh. Am 17. September des gleichen Jahres verstarb Fritz Wunderlich leider viel zu früh. In der Usher Hall gab er, zusammen mit seinem Begleiter Hubert Giesen, sein bewährtes Liederabendprogramm: Den Kern bildet Schumanns "Dichterliebe", umrahmt von Beethoven- und Schubertliedern zu Anfang und nach der ergreifenden Interpretation des Schumann-Zyklus mit Zugaben von Schumann, Spohr, R. Strauss und Schubert. Dass die Tontechniker auf dieser sonst so ergreifenden CD jeden Applaus nach höchstens zwei Sekunden brutal abwürgen, bleibt mir jedoch ein Rätsel. Eine Beethoven-Gruppe steht am Anfang des Programms. Es zeugt von einem gewissen Mut, ausgerechnet mit "Adelaide", einem sehr schwärmerischen und nicht zuletzt auch sehr langen Lied zu beginnen. Wunderlichs Stimme sitzt aber von der ersten Sekunde an perfekt. Sehnsucht gepaart mit Leichtigkeit, Schwärmerei mit Tiefgang: Bei Fritz Wunderlich braut sich alles zu einer herrlichen Mixtur zusammen. Nach der zurückhaltenden "Resignation", zieht der große Tenor beim extrem dramatischen "Wachtelschlag" alle Register seines Könnens: Fürchte Gott!, liebe Gott!, danke Gott! -- die Rufe einer Wachtel, werden so zur eindringlichen Weisung. Das "Mailied" ist einfach nur wunderschön, während "Der Kuss" mit feinstem Humor vorgetragen wird.

Mit einer fast zynischen Leichtigkeit wird mit "Der Einsame" die Schubert-Gruppe eröffnet. Bei Mayrhofers "Nachtstück" schauderts einem: Von überwältigender Innigkeit und verblüffender Natürlichkeit wird diese Todessehnsucht von Fritz Wunderlich zelebriert. "An die Laute" hellt alles wieder ein bisschen auf. Nach dem abermals schwermütigen "Lied eines Schiffers an die Dioskuren", beschließen Fritz Wunderlich und Hubert Giesen mit "An Sylvia" und "Die Forelle" den Schubert-Teil mit etwas leichteren Liedern. Und dann die "Dichterliebe": Diese 16 Gedichte von Heinrich Heine, geschrieben 1822 nach einer gescheiterten Beziehung, von Schumann 1840 vertont, gehören zum Formvollendetsten was es gibt. Mit Fritz Wunderlich als Interpreten, wird dieser Zyklus zum ergreifenden Erlebnis. Alles Überflüssige wird weggelassen, keine Effekthascherei. Hubert Giesen spielt zurückhaltend aber er lässt sich nie zurückdrängen. Fritz Wunderlich taucht mit Haut und Haar in die "Dichterliebe" ein, hat seine Emotionen aber immer unter Kontrolle. Das ist einfach Kunst. --Rudolf Kamm

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